Fred Perry war ein sehr widersprüchlicher Mensch und ein Held seiner Generation. Der „Laurel Wreath“, der Lobeerkranz, das Zeichen des Sieger, macht Fred Perry zu einer der ältesten Labels im Sport-Fashion Bereich. In England bei den Casuals nie besonders beliebt weil, nicht exotisch genug, ist Fred Perry schon seit ewigen Zeiten so mit das casualste was man sich im Stadion anziehen kann. Fred Perry war dabei so widersprüchlich wie seiner Brand. Fred Perry Polo Shirts die galten vor allem in Deutschland als Erkennungszeichen rechter Gesinnung, was natürlich bei Betrachtung der Vita von Fred Perry grenzenloser Unsinn ist. Als Arbeiterkind wurde Perry in der Welt des Lawn Tennis und der englischen Gentry immer angefeindet. Genau das machte ihn zu Helden der „Working Class“, die den Lorbeerkranz durch Perry als Zeichen ihrer Herkunft verstanden. In den 1960ern waren es vor allem schwarze Skinheads aus Jamaika die Fred Perry populär machten. So Fuck off White Power Scum. Weiterlesen »

The Casual:

Casuals sind einzige große Jugendsubkultur im unserer Zeit.Die jugendlichen Mitglieder dieser Subkultur aus England werden „Scally“, „Chav“, „Trendie“, „Casual“ oder „Perry Boy“ genannt und
bestimmen heute das Bild der Städte im Vereinigten Königreich und Irland.Typisch für diese Subkultur ist, dass ihre Mitglieder bestimmte Designermarken tragen, sie als Gruppe organisiert ist und in der öffentlichen Wahrnehmung mit elektronischer Musik, Drogen und Gewalt in Verbindung gebracht wird.

Ende der 1970er Jahre kam es innerhalb der verschiedenen Subkulturen Großbritanniens durch den Punk zu einer Neuorientierung. Der Neo-Skinheadlook, Oi-Musik und das oft faschistisches Gedankengut der nach dieser Mode Gekleideten entsprachen nicht mehr dem Zeitgeist der Jugendlichen in den Stadien von Liverpool oder Manchester. Der Ursprung der Casuals liegt abermals in Liverpool.

1977: Birth of the Casual

Nachdem der Liverpool FC 1977 den Europapokal der Landesmeister gewonnen hatte, wurden einige Fans des Vereins durch ihre Reisen zu den Europapokal-Spielen auf deutsche, italienische und französische Sportartikelhersteller aufmerksam. Vor allem die jüngeren Fans aus dem sogenannten „Kinderblock“ an der Anfield Road Tribüne folgten diesem
Trend, unter anderem um sich von den älteren auf dem Kop zu unterscheiden. Diese trugen beim Besuch eines Spiels ein Trikot oder einen Schal in den Farben ihres Vereins. Sie zeigten durch den Skinheadlook, dass sie gewaltbereit waren oder zumindest dieser als „hart“ angesehen Subkultur angehörten.

Diese neue Subkultur nannte sich Casuals. Fußballfans sahen an Spieltagen so aus, als ob sie gerade von der Börse zu einem Tennismatch im Country Club gingen. So veränderte sich das Bild der Zuschauerränge grundlegend. Ende der 1970er Jahre, als Magret Thatcher und die Partei der konservativen Tories die Regierung übernahmen, waren die Protagonisten der Subkultur Fußballfans so angezogen wie sprichwörtliche Schwiegersöhne. In den sehr armen Liverpooler Stadtteilen wie Gerrard Gardens oder Scotty Road trugen die Jugendlichen auf ihrem Weg ins Stadion Marken, von denen viele ihrer Altersgenossen nie etwas gehört hatten, geschweige denn gewusst hätten, wo man sie kaufen könnte. Im Gegensatz zur Skinheadbewegung wurde eben gerade nicht Arbeiterklasse-Identität durch Auftreten und Äußeres hervorgehoben.

Auch heute noch aktiv: Casuals

Es handelte sich um eine völlig neue Form der Jugendsubkultur, auch wenn die Protagonisten immer noch Fußballfans waren und aus der Arbeiterklasse stammten. Allein die Beschaffung dieser
Modeartikel bedeutete einem hohen Aufwand für diese meist sehr armen Jugendlichen. So gehörten zu einem typischen Outfit eines Casuals zu Beginn dieser Bewegung Turnschuhe von Adidas des Typs Samba, eine Jeans von der Marke Lois, wechselnde T-Shirts oder Pullover von Designermarken wir Farah und eine „Snorkel Jacket“. Gleichzeitig änderten sich die Frisuren in den närmeren Vierteln mit einem hohen Arbeiteranteil in Liverpool. Die langen Haare im Hippie-Look oder die kurzen der Retro-Skinheads, die beiden bisher bestimmenden Moden dieser Zeit, wurden von der Wedge-Frisur eines David Bowie abgelöst.

Anders als bei der Subkultur der Skinheads gab es keine festgelegten Marken, Kleidungsstücke oder Musik, die man konsumieren musste, um Teil dieser Subkultur zu sein. Im Gegenteil war man angesehen, wenn man ein unkonventionelles Kleidungsstück eines Labels, das kein anderer besaß, trug. Dies hatte eine konstante Evolution der Bewertung von Mode und Musik dieser Subkultur zur Folge, die bis heute anhält. Casuals hören nicht die gleiche Musik und tragen nicht die gleiche Kleidung. So sind die meisten in der deutschen soziologischen Literatur zu dem Thema „Hooliganismus“ genannten typischen Labels und Kleidungsstücke bei den Casuals seit Jahren verpönt.132 Stattdessen setzt die Casualsubkultur auf Exklusivität durch konstante Veränderung. Allen Casuals gemein war das Gefühl einer Subkultur anzugehören. Phil Thornton (Casuals: The Story of Terrace Fashion. Seite 276) drückt dies so aus:

„Manche mochten Fußball, manche nicht. Manche mochten Musik, manche nicht. Die
meisten mochten ein Teil von beidem. Aber wir alle mochten Kleidung und die
Kleidung[…]vereinigte uns und behielt diese Kultur im ganzen Land bei und verbreitete
sie über das Meer und Generationen.“

Best Dressed: Casuals und Mode

Die Gründe für diese radikale Änderung im Auftreten der Jugendlichen in der Subkultur Fußballfans der 1970er Jahre waren vielschichtig: Sich auf diese Art zu kleiden, hatte unter anderem den Vorteil, dass die britische Polizei es bei Fußballspielen nun deutlich schwerer hatte, die Fußballfans von normalen Passanten zu unterscheiden. Da die Polizei nach den Ausschreitungen der 1970er Jahre härter gegen die Randalierer vorging, konnte man sich in der Nähe von Fußballstadien an Spieltagen als durch Devotionalien erkennbarer Fußballfan nicht mehr frei bewegen. Zudem war die Praxis, in riesigen Gruppen aus dem Sonderzug heraus zum Stadion zu gehen, gerade bei den gewaltbereiten Gruppen verpönt. Das Risiko, von der Polizei entdeckt und permanent begleitet zu werden, war zu groß. Doch scheint diese soziale Maskierung weit mehr als ein Ablenkungsmanöver gegen Polizei und staatliche Repression gewesen zu sein. Thornton sieht im neuen Hang zu Designerlabeln einen Versuch der Jugendlichen, äußerlich aus der Arbeiterklasse auszubrechen. Dieser beschreibt dieses Verhaltensmuster als „one-upmanship“, als Versuch der Jugendlichen aus einfachen Verhältnissen zu zeigen, dass sie wohlhabender, gewitzter und mobiler waren als die Gesellschaft, die sie umgab. Thornton sieht gerade in Liverpool eine Tradition des „one-upmanship“, die über das Dandytum des 19. Jahrhunderts bis zu den Mods der 1960er Jahre reicht. In diese Kategorie fällt auch das Engagement der Casualszene in der Ravebewegung Mitte der 1980er Jahre. Man wollte neue Wege beschreiten und sich in der Freizeitgestaltung Freiräume schaffen. Viele Casual-Gruppen versuchten, ihren Ruf als „best dressed“ oder„trendiest“ zu verbreiten. So wurde das Krokodil-Markenzeichen der Firma Lacoste als Gruppensymbol verwendet, um zu demonstrieren, dass man Stil hat.

The Firm:

Die Casuals schlossen sich in Gruppierungen, sogenannten „Firms“ zusammen. Zwar wurde dieser Begriff schon früher vereinzelt verwendet, doch erst im Zeitalter der Casuals in ganz Großbritannien benutzt. Diese Gruppen zeichneten sich unter anderem dadurch aus, dass sie nicht nur gemeinsam zu Fußballspielen gingen, sondern auch ihre sonstige Freizeit miteinander verbrachten.140 Einige sahen sich gezwungen, Mitglied einer Firm zu sein, um sicher zu Fußballspielen oder Konzerten zu gehen. Als Fußball und Musikinteressierter ware dies in den 1980er Jahre scheinbar notwendig.

Zeitzeuge Peter Hooten:

„Ich wollte das Spiel sehen und ich wollte die Bands sehen. So wie ich es sah, war der
einzige Weg, um dorthin zu kommen und nicht um sein Leben fürchten zu müssen, in
einem Mob.“

Die Gewalt war ein Teil der Subkultur der Casuals. So war die lose Organisation in Firms auch der Tatsache geschuldet, dass diese Firms Gewalt gegen andere Fangruppen ausüben wollten, ohne
von der Polizei dabei erkannt zu werden. Diese Gruppen waren dabei nicht straff organisiert. An Spieltagen traf man sich auf dem Bahnhof, um Auswärtsfahrten zu bestreiten.142 Man war nie „offiziell“ Mitglied einer solchen Gruppe, sondern alles geschah auf einer direkten und persönlichen Ebene, einer informellen Basis. In dieser Organisationsform übernahmen einzelne
Personen die Führung der Firms aufgrund ihrer Reputation. Wenn nun mehrere „Ältere“ aufhörten oder gar inhaftiert wurden, hörte die gesamte
Gruppe auf zu existieren. Anfang der 1980er Jahre hatte sich noch kein fester Name für diese Phänomene der Jugendsubkultur durchgesetzt. In den Medien bemerkte man, dass die jungen Männer, die für Ausschreitungen bei Fußballspielen verantwortlich gemacht wurden, nicht mehr dem Stereotyp des besoffenen Skinheads entsprachen. In ganz Großbritannien kleideten sich nun Fußballfans nach dem Vorbild der neuen Subkultur der Casuals. In Manchester hatte man zu dieser Zeit seine eigene Version des Casuals, der „Perry Boy“ (nach der Marke Fred Perry)genannt wurde. In London setzte sich der Trend ausLiverpool erst 1981 durch. Die traditionell in London stark verwurzelten
Skinhead und Oi! Anhänger hatten sich diesem Trend bisher verweigert, weil der Casual-Look aus den als Provinzstädten betrachteten Liverpool und Manchester kam. Bisher war der typische Fußballanhänger von Tottenham, Arsenal, Chelsea oder West Ham immer noch Skinhead und hatte Stiefel und Fanschal an. Die Politisierung der Casual-Bewegung war heterogen und spielte keine übergeordnete Rolle wie bei den Oi-Skins der 1970er Jahre. Ähnlich wie bei der neuen Techno- und Rave-Bewegung, mit der es bei den Casuals in Großbritannien starke personelle Überschneidungen gab149, wurden politische Inhalte vernachlässigt. Auch die Autoren der neuen britischen Literatur waren von den Casuals beeinflusst. Einige waren selbst Teil dieser Subkultur wie der Autor des
Bestsellers „Trainspotting“, Irving Welsh, der diese Erfahrungen literarisch verarbeitet hat. Der große Unterschied der Subkultur der Casuals zu den anderen mit dem Fußball verbundenen Subkulturen ist die untrennbare Verbindung zwischen dieser mit dem Fußballumfeld. Während der Fußball ein Teil der Skinheadbewegung war und ist, so ist diese nicht ursächlich mit dem Fußball und dem Stadion verbunden. Der Casual wurde jedoch auf den Tribünen geboren und ist ohne sie nicht denkbar. Während die Skinheads sich durch Kleidung und Habitus als Teil der Arbeiterklasse abgrenzen wollten, integrierten die Casuals verschiedene Moden und Musik und wurden dadurch attraktiv für Jugendliche aller Schichten. So konnte die Casual- im Gegensatz zur Skinheadkultur eine größere Verbreitung in der britischen Gesellschaft und darüber hinaus finden. Am Skinhead zeigte sich der Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen auf die Subkultur Fußballfans. Dagegen steht der Casual für das Übergreifen kultureller Ausdrucksformen der Subkultur Fußballfan auf die Gesellschaft.
(Aus: Niklas Wittkowski; Die Subkultur „Fußballfans“ als Beispiel transnationaler Kommunikation im 20. Jahrhundert; 2006)

1970: Coventry City wird zum hässlichsten Trikot im englischen Fußball gewählt. Ein schokoladenbraunes Admiral Trikot das im Jahr 2000 wieder aufgelegt
wurde und zum Verkaufsschlager avancierte.

Admiral wurde 1914 als Unterhosenfabrik gegründet. Vor der WM 1966 kam man auf die glorreiche Idee Trikots zu produzieren: Für Kleinkinder!
Anfang der 1970er sponsert Admiral am Anfang Leeds. 1974-1974 war für Leeds eine hervorragende Saison die auch die Verkäufe der Trikots anfeuerte.

Admiral schaffte es in den 70er weitere Vereine zu verplichten die geilen Trikots zu tragen. Neben Leeds United, auch Manchester United F.C., Portsmouth F.C., Tottenham Hotspur F.C., Southampton F.C. und West Ham United F.C.. Außerhalb der Insel trugen dir Trikots Bundesliga Eintracht Frankfurt der A.S.Bari und das Saudi Arabische Nationalteam.

Gebt uns endlich Admiral zurück!

Nicht nur in Sachen Trikots war Coventry innovativ. Diese Freistoß-Trick wurde später von der FA sogar verboten.