Die Fußball WM beginnt

Sepp Blatter hat es wieder geschafft: Die ganze Welt schaut Fußball.
Es ist schon sehr interessant wie wir auf diese WM hingeführt wurden. Generell fühle ich mich aber gerade etwas uninformiert. Da haben die Medien leider, wieder, wie immer,  komplett versagt. Hauptsache Schweini bohrt Poldi in der Nase oder sonstwo rum und postet das bei Pimpstagram…
Doch ab heute 22 Uhr Mitteleuropäischer Zeit ist das alles egal: Selfies, Hashtag, Posts, und auch 80 Millionen „Friends“ werden irrelevant. Natürlich ist auch die brasilianische Regierung total korrupt und hat sich 90% der Budgets in die eigene Tasche gesteckt. Vollkommen zurecht gibt es dagegen Demonstrationen und die Menschen in Brasilien hauen den einen oder anderen Molli raus. Ihnen gebührt unsere Solidarität! Aber ab jetzt, dem Anpfiff, 22 Uhr,  zählt nur noch auf dem Platz.
Für den Casual gibt es heute Abend keinen Ort auf der Erde an dem ich zur Zeit lieber wäre als in Sao Paolo um mir dieses erstes Spiel anzusehen. WM ist halt WM. Wer ab dem Anpfiff die WM nicht mag ist in seiner Seele tot. Das nutzen nur zu leider viele Firmen weltweit zu sehr aus.

Möge sich Christiano die Locke brechen, Schweini und Poldi endlich aufwachen, Suarez jemanden beißen und Chile keine gefangenen machen.

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Millwall, London im Geburtsjahr des Oi:

Die BBC Sendung „Panorama“ hat 1977 eine kleine Dokumentation darüber gemacht, was es eigentlich bedeutet Fußballfan zu sein. Die Fans von Millwall zu dieser Zeit sind eigentlich ein typisches Beispiel wie die Lads der Terraces vor der Bewegung, die wir Casual nennen, aussahen. Millwall 1977 zeigt sehr gut die Stimmung in der Bands wie Sham69, den Cockney Rejects oder Buzzcocks aber auch The Clash ihre Songs geschrieben und performed haben. 1977 war also die Geburtsstunde des Oi. Schön sind die Schlaghosen (Flares) zu sehen, die seit dem ja eigentlich Stadionverbot haben. Der Beitrag von Panorama bringt den nötigen Pathos mit um die Oi!-Bewegung zu verstehen.

Die 1970er Jahre als Beginn der Fankultur

Die Bundesliga: Ihre Geschichte wurde durch ihre großen Mannschaften bestimmt. Den Bayern, Gladbach, dem FC, der Eintracht, der VFB und der HSV oder Borussia BVB. In Abstiegskampf und Meisterschaften, bei ihren Europapokal Siegen, prägten auch große Stars die deutsche Liga.

Aber die Bundesliga lebte und lebt auch immer von ihren Fans. Anfangs im Mantel und Hut gab es schon Anfang der 1960er Jahre Feuerwerk, Handgemenge und Fahnenmeere.
Die einzelnen Fans kannten sich durch ihr Umfeld aus „Jugendcliquen“, Nachbarschaften oder Freundeskreisen. Zu dieser Zeit gab es kaum konzertierte Anfeuerungsrufe, und spätestens ab dem Anpfiff des Spiels herrschte relative Ruhe. Nach Toren wurde gejubelt, Spieler wurden ausgebuht, Gesänge waren aber unbekannt. Das Bild des Stadions war in den 1960er Jahren
nur wenig durch Fahnen oder andere Ausdrucksformen der Fans geprägt. Weiterlesen »

My Name is Michael Caine

Vor einigen Wochen ist die Schauspiellegende und Stilikone Michael Caine 80 Jahre alt geworden, und da ist mir noch einmal klar geworden, dass er einer der wenigen Schauspieler ist, zu dem ich einen gewissen Bezug habe. Ich war einmal in meinem Leben das, was man im englischen als “starstruck” bezeichnet.

Mein Vater und ich haben am Frankfurter Flughafen Michael Caine gesehen. Michael Caine ist einer der liebsten Schauspieler meines Vaters, wenn nicht sogar der liebste. Wird eine enge Kiste mit Gene Hackman. Wir waren also schlicht außer uns, aber bevor wir nach einem Autogramm oder einem Foto fragen konnten, war Herr Caine wieder weg. Kurze Zeit danach bin ich dann durch den Riesen-Hit “Our House” auf die britische Band Madness gestoßen, und als ich mich durch deren Werk hörte stellte ich fest, dass Madness ein Lied haben, das Michael Caine heißt, und sich eigentlich um die “Troubles” in Nordirland dreht. Weiterlesen »

Kleines Lied gegen Stadionverbote

Das Lied hat folgende Urheber: „Droogs 99 feat. Homicidal Housepigs & Olaf“. Auf der Housepigs Seite (http://www.homicidal.de/) heißt der Song nur „Droogs-Song“. Die Droogs sind eine sehr alte Gruppe der Ultras Frankfurt die nicht nur kulturell aktiv ist. Weiterlesen »

Toni Kroos outet sich live im Fernsehen

Lange wurde geunkt. Offizielle des DFB und andere ehemalige Nationalspieler hielten es nicht für möglich. Ehrlich gesagt wunderte es den Autor, dass die Presse es nicht aufgegriffen hat. Es hieß die Fans seien noch nicht soweit, die Stimmung in den Stadien zu aggressiv. Doch es gab immer diese Gerüchte, viele Aktive des Fußballsports würden angeblich diese „dunkle Neigung“ teilen. Doch es öffentlich zuzugeben galt als unmöglich. Im Nischen-Programm „aktuelles Sportstudio“ traute sich ZDF und Toni Kroos den großen Schritt. Eine kleine Bühne, dennoch ein unglaublich mutiges Statement. Weiterlesen »

The Firm ist mehr als ein Film…

… es sind genau genommen zwei Filme.
Die erste Version von „The Firm“ wurde 1988 gedreht und war einer der ersten Filme von Gary Oldman. Absolut revolutionär an diesem Film war die Darstellung des Phänomens „Casuals“, also den Hooligans mit Stil. Sicher, am Ende waren Sie auch furchtbar böse und töteten sich, ABER erst mal ist „Bex“, der Anführer im Firm, ein slacker Typ der Tacchini und Adidas Munich trägt. Heute würde man fast Hipster sagen. Aber er ist verdammt cool… Das war dann auch den Jugendschützern des Königreichs zu viel…Rated R/ab 18. Schon hart für einen Film in dem (fast) niemand stirbt. Zur gleichen Zeit war Rambo III in Deutschland „sehr empfehlenswert“, der hat ja nur an die tausend Kommunisten abgeknallt.
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Nutten, Koks und Spielautomaten

Das Leben an sich schreibt schon sehr lustige Geschichten. Da treffen sich alle deutschen Innenminister sowie der Papst und der Dalai Lama, um „kriminellen“ Fußballfans zu verbieten Wunderkerzen abzubrennen, alles begleitet von einer riesigen Medienkampagne, und dann kommt so ganz nebenbei raus, dass in Europa so an die 700 Fußballspiele verschoben wurden. V Leute werden in Fanblöcke geschickt und niemand in Deutschland bekommt mit, wie auch hier beheimatete „Hintermänner“ munter Spiele manipulieren.

„Spiele manipulieren ist wie Prostitution“

titelt die „Welt“ heute (5.2.2013), das ist aber nun gänzlich falsch. Niemand bemerkt es, wenn ein Spieler absichtlich über den Ball tritt und durch eine Niederlage seines eigenen Teams um ein paar € reicher wird. Meist wird allen erst Jahre Weiterlesen »

Casual Sneaker

Neil Primett, Produzent der Dokumentation „Casuals: The Story of the Legendary Terrace Fashion (2011), gibt hier eine Einführung in den „Casual Style“.
Warum eigentlich Björn Borg, warum Fila, Adidas, Tacchini und der ganze andere Shit.

Die Kurve, the Kop war der Geburtsort des Casual und seiner Mode.

„…ein riesiges Furcht einflößendes Monster, das langsam seine Muskeln spielen ließ.
Wie in Dantes „Göttlicher Komödie“ waberten konzentrische Wellen um ein Epizentrum
reiner Energie. Wer dort stehen wollte, musste verdammt fit, motiviert, trinksicher und
vor allem pünktlich sein. Mindestens eine Stunde vor Anpfiff hatte sich einzufinden, wer
im Herzen des Kop stehen und sich mit dem harten Kern langsam einsingen wollte.“

Just watch and learn.