„…es wuchs eine Subkultur heran, eine Subkultur, die die arbeitenden Schichten in
Großbritannien und später in ganz Europa durchdringen sollte.“
Martin King u. Martin Knight, Hoolifan. Thirty Years of hurt.

Anders als in England oder Schottland fingen deutsche Fußballfans Mitte der 1980er Jahre an, sich selbst als Hooligans336 zu bezeichnen und sich dadurch von den anderen Fußballfans abzugrenzen. Das Wort Hooligan, das von dem irischen Familiennamen „Houlihan“ abgeleitet wurde, tauchte erstmals 1898 als Beschreibung für zivilen Ungehorsam, Straßenkriminalität und rowdyhaftes Verhalten in einem Londoner Polizeireport auf.
Weiterlesen »

Die 1970er Jahre als Beginn der Fankultur

Die Bundesliga: Ihre Geschichte wurde durch ihre großen Mannschaften bestimmt. Den Bayern, Gladbach, dem FC, der Eintracht, der VFB und der HSV oder Borussia BVB. In Abstiegskampf und Meisterschaften, bei ihren Europapokal Siegen, prägten auch große Stars die deutsche Liga.

Aber die Bundesliga lebte und lebt auch immer von ihren Fans. Anfangs im Mantel und Hut gab es schon Anfang der 1960er Jahre Feuerwerk, Handgemenge und Fahnenmeere.
Die einzelnen Fans kannten sich durch ihr Umfeld aus „Jugendcliquen“, Nachbarschaften oder Freundeskreisen. Zu dieser Zeit gab es kaum konzertierte Anfeuerungsrufe, und spätestens ab dem Anpfiff des Spiels herrschte relative Ruhe. Nach Toren wurde gejubelt, Spieler wurden ausgebuht, Gesänge waren aber unbekannt. Das Bild des Stadions war in den 1960er Jahren
nur wenig durch Fahnen oder andere Ausdrucksformen der Fans geprägt. Weiterlesen »

Cani Sciolti

Hier soll kurz das Buch von Domenico Mungo mit den schönen Namen „Cani Sciolti“ vorgestellt werden. Im der weiten und offenen Szene der Fußball-Fan Bücher mit all ihren Facetten, stellt „Cani Sciolti“ doch einen Meilenstein dar. Zum Einen wird hier doch klar wie sehr sich dein Fankulturen in Deutschland, England und Italien unterscheiden und zum Andern erklärt „Cani Sciolti“ auch sehr gut welche Probleme Italien nicht nur mit den Ultras sondern als Land an sich hat. Mungo war einer der großen Figuren in der Curva Viesole, der Fankurve der Fiorentina (AC Florenz). Ultra in Italien zu sein hat nichts damit zu tun, in T-Shirt der Gruppe bunte Zettel im Stadion auszulegen. Es bedeutet jedes Spiel körperliche Auseinandersetzung, gegen „die Anderen“ und die Bul…, die Polizei. Mit Messern, Fahrradketten und alles was dazu gehört. Weiterlesen »

Raggae in the Ghetto

Der kahlgeschorene, stiefeltragende Skinhead englischer Prägung wurde in ganz Europa, in Nord- und Südamerika imitiert. Er prägt weiterhin das Bild des „bösen“ Fußballfans als sogenannter Hooligan. Nach der Initialzündung in Liverpool waren Fußballfans, Ende der 1960er Jahre, eine stetig wachsende Subkultur mit einer starken Arbeiterklassen-Identität.

Doch die Subkultur „Fußballfans“ war nicht deckungsgleich mit der ihr entsprechenden Kultur, denn sie wurde auch von anderen gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflusst. Zunehmend adaptierte sie kulturelle Ausdrucksformen der Jugendsubkulturen dieser Zeit, insbesondere die der Skinheads. Weiterlesen »

Ultras, die unbekannten Wesen. Woher kamen sie und wohin gehen sie? Ende der 1960er Jahren war einigen Präsidenten von Fußballvereine das Verhalten und die Unterstützung der Fans nicht gut und extrem genug. Sie wollten sich durch laute und aggressive Unterstützung einen Vorteil verschaffen. So kam der Impuls für die Gründung der Ultras aus den Vereinenvorständen, doch ihr Geburtsort
liegt in den „Centro Sociali“ der 1960er Jahre, den Jugendhäusern in den sozialen Brennpunkten der italienischen Großstädte.
In Deutschland würde man JUZ sagen. Die politische Prägung der Organisatoren dieser Einrichtungen haben auch die Ultras übernommen. Etwas verband diese neuen Ultras und ihre linke Jugendkultur die Ausdrucksformen des politischen Widerstands mit denen der britischen Subkultur des Fußballs. In wenigen Jahren durch wuchs mir englischer Inspiration in den italienischen Stadien eine neue eigene Organisationsstruktur und eigene Ausdrucksformen, bestehend aus den heute weltweit typischen Elementen wie riesigen Fahnen, Gesang, südamerikanischen Trommeln sowie der gänzlich neuen „Choreographien“. Weiterlesen »