„…es wuchs eine Subkultur heran, eine Subkultur, die die arbeitenden Schichten in
Großbritannien und später in ganz Europa durchdringen sollte.“
Martin King u. Martin Knight, Hoolifan. Thirty Years of hurt.

Anders als in England oder Schottland fingen deutsche Fußballfans Mitte der 1980er Jahre an, sich selbst als Hooligans336 zu bezeichnen und sich dadurch von den anderen Fußballfans abzugrenzen. Das Wort Hooligan, das von dem irischen Familiennamen „Houlihan“ abgeleitet wurde, tauchte erstmals 1898 als Beschreibung für zivilen Ungehorsam, Straßenkriminalität und rowdyhaftes Verhalten in einem Londoner Polizeireport auf.
Die Entstehung des Begriffs steht somit in direktem Zusammenhang mit den rassistisch motivierten Vorurteile gegen die irischen Einwanderer im viktorianischen England und ihrer gesellschaftlichen Ausgrenzung als Kriminelle und Unruhestifter. In Deutschland wurde der Ausdruck Hooligan seit 1985 von der deutschen Presse benutzt, um Gewalttäter in Fußballstadien zu beschreiben. Bis dahin sprach man im Zusammenhang von Gewalt bei Fußballspielen von „Fußballrowdys“.

Sich selbst als Hooligans zu bezeichnen, stellte einen entscheidenden Unterschied zwischen der Fans in Deutschland (aber auch der in den Niederlanden, Polen oder Russland) und ihrem englischen „Vorbild“ dar. So übernahm die Adler-Front in Frankfurt ihren Modestil von den englischen Casuals. Mitte der 1980er Jahre bedeutete dies das Tragen teurer Designermode von Armani, Chevignon, Best Company oder Levis. Man grenzte sich durch Marken ab. Die Hooligans in Deutschland wollten sich so auch der polizeilichen Überwachung entziehen.

Fußball in den 80ern. Ein anderes Spiel.

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Der „englische Mob“ hat viele Fans in Deutschland schon lange fasziniert. so haben deutsche Fußball Anhänger reisen zu den Spielen von Chelsea, Millwall, Birmingham City und Nottingham Forrest unternommen. „Wir haben uns inspirieren lassen“. Die deutsche Subkultur Fußballfans auch in England wahrgenommen wird. Doch die Rollen sind eindeutig verteilt: Die Vorbilder für Hooligans in Deutschland, für ihre Verhaltensweisen, Organisationsstrukturen, ihre äußeres Erscheinungsbild und ihre Musik kamen aus Großbritannien, genauer gesagt aus Liverpool, Manchester und London. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

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