Passt zwar nicht ganz zum Thema ist aber ein herrliches Stück Zeitgeschichte. Männer trugen früher immer Hut auch wenn es nur zu Schutz war. Aber wie kam es dazu.
Sehen Sie hier wie der Helm beim „anderen Football“ eingeführt wurde:

Bis Anfang der 1970er Jahre waren Fankurven wie der Shed im Stadion Stamford Bridge des Chelsea Football Club oder die Northbank im Uptonpark
von West Ham United mehrheitlich von Jugendlichen besucht, die der Skinhead-Mode folgten. Ausgangspunkt der Skinheadbewegung waren die Arbeiterviertel Londons, aber man kann davon ausgehen, dass in allen Stadien Großbritanniens zu dieser Zeit eine Skinhead-Subkultur existierte. Sowohl Fan einer Fußballmannschaft als auch Skinhead zu sein, war ein Teil der Identität, dem Stolz, zur Arbeiterklasse zu gehören.

Im Gegensatz zu denen von den Jugendlichen aus Arbeiterklassevierteln als „weich“ oder „bürgerlich“ wahrgenommenen Jugendkulturen wie den Hippies war es Teil der Subkultur der Skinheads, dementsprechend im Stadion aufzutreten. Der kahlgeschorene, stiefeltragende Skinhead englischer Prägung wurde in ganz Europa, in Nord- und Südamerika imitiert. Er prägt weiterhin das Bild des „bösen“ Fußballfans als sogenannter Hooligan.
Nach der Initialzündung von Fankultur auf dem Kop in Liverpool waren Fußballfans Ende der 1960er Jahre eine stetig wachsende Subkultur mit einer starken Arbeiterklassen-Identität.

Die 1960er waren eine Zeit, in der Jugendliche und Heranwachsende versuchten, eine eigene Identität zu finden und sich so von der Generation ihrer Eltern abzugrenzen. Man kann die 1960er Jahre als die Zeit der Jugendrebellion bezeichnen, in England war es das Jahrzehnt der der Skinheads. So bestimmten im Großbritannien der 1950er Jahre bei Jugendlichen aus dem Arbeiterklassemilieu, die „Teddy Boys“ und ihr Rock and Roll von Interpreten wie Elvis Presley und Buddy Hollie die Mode. Auch der Kleidungsstil dieser Vorbilder war die bestimmende Strömung unter Jugendlichen dieser Zeit. Diese war eine der ersten Jugendkulturen in Europa, die von us-amerikanischer Musik und Mode signifikant beeinflusst waren. Die „Teds“ wurden Anfang der sechziger Jahre von den „Mods“ und ihrem Modern Jazz und Rythym & Blues (R&B) abgelöst. Für beide waren Musik und Mode gleichsam Identifikation und Inhalt. Ziel dieser Jugendkulturen war es vor allem sich vom Rest der Gesellschaft abzugrenzen.

Skinheads sahen sich als eine Art „Antihippies“, da aus ihrer Sicht die Hippiebewegung meist von Jugendlichen aus der Mittel- und Oberschicht getragen wurde.

Gerade diese negative Aufmerksamkeit, die diese Subkultur mit ihrem Auftreten erregte, machte es für sie möglich, zum Vorbild für Fußballsubkulturen anderer Länder – wie auch Deutschland, – zu werden. Seit Anfang der 1970er Jahre war es integraler Bestandteil der Arbeiterklassenkultur, zum Fußball zu gehen und Skinhead zu sein. Dieser vorerst zwingende Zusammenhang entkoppelte sich erst mit dem Erscheinen der Casual-Subkultur Ende des Jahrzehnts, die sich bewusst von dem Arbeiterklassen-Image absetzen wollte.
So, keep the „Spirit of 96“!